Endlich ist es soweit, ich habe Nha Trang verlassen! Fuer 2 Tage konnte ich die anderen Reisenden und Touristen wieder mal hinter mir zuruecklassen. Mein Fahrer kam morgens mit seinem Motorrad zu meinem Hotel und es ging am Meer entlang und dann ab in die Berge. Der Fahrer heisst Dao, hat ”Easy Rider” hinten auf der Jeansjacke stehen und sein Oberkoerper ist bis zu den Ellbogen taetowiert. Er ist noch recht jung, spricht fliessend English und ist ein lustiger Kerl.
Ich kann nicht sagen, wie schnell er fuhr, da sein Tacho kaputt war, aber es war grossartig wie schnell er die kurvigen Bergstrassen entlang schoss. Bei besonders gutem Ausblick hielt er an, damit ich Photos schiessen konnte. Er zeigte mit eine Ziegelsteinmanufaktur und wir hielten an einer Kaffeeplantage . Manchmal erzaehlte er mir etwas ueber die Geschichte der Gegend, die von Napalm gebranntmarkt ist. In dem selben Ton in dem er sonst unseren naechsten Stop ankuendigte, sagte er irgendwann: “And now are we going to the Policestation to get back my driver’s licence.” Aha. Wie ich bald feststellen musste, war die Station in Buon Ma Tuot, was bei weitem nicht auf dem Weg lag. Ich war recht sauer, dass ich ueber staubige, langweilige Strassen donnern musste fuer seinen beschissenen Fuehrerschein. Wenigstens war es im dann unangenehm.
Am spaeten Nachmittag brachte er mich zu einem Resort, in dem Angehoerige des Mnong-Volkes arbeiteten und die Haeuser exakt im Stil der Bambus-Langhaeusern des Volkes gebaut sind. Ich habe inzwischen schon sehr sehr oft in originalen Langhaeusern fernab der Zivilisation gepennt, daher war das fuer mich nicht die riesen Ueberraschung, aber trotzdem spannender als ein Hotelzimmer. Die Haeuser lagen auf einer Gruenanlage mit Palmen und swimming Pool direkt am groessten See Vietnams (sagte zumindest Dao). Mein Langhaus musste ich dann allerdings noch mit ein paar Ratten teilen, deren scheiss Gequieke manchmal beaengstigend nah ueber meinem Kopf war.
Davor sass ich mit einem Kanadier, Dao und einem anderen vietnamsischen Fahrer zusammen, der damals in Kambodscha als Soldat gekaempft hat.
Morgens ging es frueh weiter in ein Mnuong-Dorf. Im Zentralgebirge fangen die alten Voelker noch wilde Elephanten und zaehmen sie, daher konnte ich das Dorf auf dem Ruecken eines Elephanten besichtigen. Das war einerseits cool, andererseits kam ich mir schlecht vor, da ich mir vorstellen kann, wie der Elephant “gezaehmt” wurde und dass man ihn lieber in Freiheit gelassen haette.
Wieder ging es mit Affenzahn durch schoene Berglandschaften. Er zeigte mir noch eine Seidenfabrik und eine buddhistische Pagode, bevor es weiterging. Langsam wurden wir beide richtig erschoepft, da das fahren auf den schlechten Strassen sehr anstrengend war. Schliesslich kamen wir in Dalat an und ich suchte mir ein Zimmer fuer 5$. Der arme Kerl fuhr dann zurueck, wahrscheinlich faehrt er immer noch. Morgen muss er schon wieder los nach Saugon. Ohne Fuehrerschein, den hat er auf der Wache nicht gekriegt…
Ich habe Dalat erkundet, das frische Bergwetter genossen und versucht, einen Canyoning-Trip zu organisieren. Demnaechst gehe ich wieder hin, um su sehen, ob es klappt, dann geht es ab un Bett!